14.06.2021 –
LEVANTE Mystisches Schiffswrack mit tragischer Geschichte auf 9m Tiefe

Levante Mystisches Schiffswrack

 

Heute stelle ich Euch einen weiteren schönen Tauchspot an der Ostküste, nahe Santa Maira Navarrese, vor.

2 Seemeilen nördlich des Capo Monte Santu befindet sich der tiefe Felseinschnitt Porto Cuau.
Das Wasser ist dort zwischen 3 und 10 m tief. Der Fjord ist perfekt eingebettet in die Küstenlandschaft des Capo Monte Santu.

GPS:

40°05’23.3″N
09°423’95.8″E

VON SANTA MARIA NAVARRESE:

6,5 Seemeilen

ANKERN:

Ankern für Segelboote ist gut möglich, sofern “der” Ankerplatz in der Mitte des Fjordeingangs auf 8m und Sand nicht belegt ist.
Die Bucht ist von kleinen Motor-Booten gut zu befahren. Anlanden ist verboten.

Sofern man im Sommer mit dem Segelschiff “den” Ankerplatz bekommt, kann man sich das Wrack LEVANTE auf 9-10m Tiefe ansehen. Es handelt sich hier um die Überreste eines ehemaliges Handelsschiffs, welches im Jahr 1963 in einem starken Sturm dort aufgelaufen und gesunken ist.
Die Levante wurde 1963 von der Gesellschaft Piero Rossi Traffici Marittimi aus Genua von der Reederei Compagnia Marittima Sarda gechartert.
Mit einer Crew von 13 Mann Besatzung lief das Schiff am 17. Januar 1963 von Genua Richtung Tunis aus. Auf seiner Route Richtung Tunis entlang der Ostküste Sardiniens wurde die Levante von sehr schlechtem Wetter und einem Sturm mit 150km/h überrascht. Bei 9m hohen Wellen und eine Sicht von weniger als 200m verlor der 61-jährige Kapitän aus Genua , Angelo Macciocco, die Orientierung und die Levante zerbrach in kürzester Zeit auf den Felsen von Porto Cuau. Dies geschah in der Nacht vom 23. Januar auf den 24. Januar 1963. Dem Commandante war es nicht mehr möglich einen Notruf abzusetzen. Keiner der 13 italienischen Besatzungsmitglieder hat dieses Unglück überlebt. In der  Crew befand sich ein Sarde (31 Jahre alt, Cagliari), weitere Crewmitglieder aus Ligurien, der Toskana und Sizilien.
Am Morgen nach dem Sturm entdeckte ein junger baunesischer Hirte (Giovanni Cabral) von der Felsklippe einen im Fjord von Porto Cuau aus dem Wasser herausragenden Schiffsmast.

Im Archiv der L’Unione Sarda ist folgendes am 27. Januar 1963 auf der Titelseite geschrieben:
„Ringsherum nur Tod und Verwüstung, den Wellen ausgelieferte Leichen und die Überreste des an die Felsen geschleuderten Schiffes. Inmitten der von einem starken Wind aufgewühlten Wellen hatte der Hirte zwei weiße Flecken bemerkt, die seine Aufmerksamkeit erregt hatten. Als er sich vorbeugte (…) konnte er sehen, dass es die Leichen von zwei Männern waren. Neben ihnen schwammen Wrackteile. Zwischen den Felsen waren Teile eines geborstenen Schiffes zu erkennen. Giovanni Cabras, der spürte, was passiert war, machte sich sofort auf den Weg zum Dorf und tauchte nach einem anstrengenden Marsch von über zehn Kilometern in der Carabinieri-Kaserne auf, um dem Stationskommandanten mitzuteilen, was er gesehen hatte: << Ich sah zwei Männer auf den Felsen. Sie sehen tot aus. Ich habe sie heute morgen gesehen. In der Nähe befindet sich ein gesunkenes Schiff >>.”

 

 

Ich habe von mehreren Einheimischen persönlich Informationen über das Wrack Levante bekommen und habe das Wrack wiederholt Apnoe betaucht. Wie bei allen Tauchgängen zu Wracks überkommt mich dabei das Gefühl von Tragik & Leid. Dementgegen ist durch die geringe Tiefe des Wracks Levante und das einscheinende Sonnenlicht auch eine gewisse Mystik zu spüren. Fische haben in den metallischen Überresten einen neuen Lebensraum gefunden. Nach Überresten aus Holz wird man hier vergeblich suchen. Diese wurden von den Einheimischen geborgen und verwendet, um die – sich weiter Richtung Golgo befindlichen – Ovilen zu bauen.
Das Holz ist also heute noch zu sehen.

 

Fotos: Sabine Lenbach – viewofdrone

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